Archiv für September 2011

Das lange Dirndl in der Gastronomie

Immer mehr bayerische Betriebe setzen auf ein einheitliches „bayerisches“ Erscheinungsbild Ihres Service- und Bedienungspersonals und die damit verbundene Präsentation ihres Unternehmens nach außen und den Eindruck des Betriebes bei den Gästen. Dabei ist das Tragen von Dirndln sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie im Service oder an der Rezeption gern gesehen. Auch der Mann unter den Angestellten passt sich den Gegebenheiten gerne an und trägt eine schöne Lederhose, oft mit dem farblich passenden Hemd zu den Kleidern der Damen. Die Trachtenwelt bietet für diese Branchen gesonderte Angebote. Diese finden Sie um gut sortierten Fachhandel. Fragen Sie bei Ihrem Händler des Vertrauens nach. Oft werden auch ganze Serien auf Kundenwunsch gefertigt oder bei den entsprechenden Lieferanten nach Ihren Wünschen bestellt. Der Fantasie zu Ihrer „Firmentracht“ sind hier keine Grenzen gesetzt.

Wie sieht nun aber das kalssische  „Gastro-Dirndl“ aus? Es handelt sind zumeist um lange Dirndl (knöchellang) die schlicht in schwarz gehalten werden. Präferiert wird hier meist die Länge 80 cm ab der Hüfte. Eine einfache Ketten- oder Bänderschnürung, edle Knöpfe oder auch ein verdeckter Reißverschluss  bieten unauffälligen aber sicheren Halt.  Einfache Stickereien reichen hierbei als Zierde völlig aus. Dazu wird meist eine weiße Blusen und eine zum Dirndl passende Kette getragen. Bei der Bluse können sich die Unternehmen entscheiden: Im Winter wählt man ¾-Arm oder Langarm-Blusen, im Sommer gerne Kurzarm-Blusen. Zu beachten ist hier der genaue Aufgabenbereich. Man muss hier bedenken, dass sich eine Langarm-Bluse nicht immer in der Gastronomie eignet. Gerade weiter geschnittenen Blusen sind bei einer klassischen Bedienung (mehr Teller pro Arm) eher ungeeignet. Hier wäre dann ein engeres Modell zu empfehlen. Das Material ist hier meist aus Baumwolle oder Leinen, da dieses einfach und simpel zu reinigen ist und Gerüche sich nicht im Stoff fest setzen.

Auch beim Gastro-Dirndl ist die Schürze ein wesentlicher Bestandteil: Je nach der betrieblichen Vorstellung setzt die Schürze einen farblichen Akzent und Widererkennungswert der Servicekräfte im Lokal oder dem Hotelbetrieb. Oft werden hier die Farben des Firmenlogos, oder der Einrichtung des Lokals wiedergegeben, und tragen so auch zum Corporate  Design bei. Sehr traditionelle Unternehmen wählen auch weiße Spitzenschürzen oder aber auch einfarbig Schürzen mit Musterungen.

Gerne auch gesehen ist der tagesaktuelle Wechsel der Farben in der Hotellerie. Was halten Sie von frischen Farben bei den Schürzen im Frühjahr?! Oder dem herbstlichen Ton gegen Ende des Jahres? Gerne auch eine grüne Schürze zur Weihnachtszeit?!

Gerne möchten wir nun auch noch auf die reellen Vorteile der Gastro-Tracht eingehen. In branche, gerade in der Gastronomie, kommen die Angestellten mit verschiedensten Gerüchen in Berührung. Die logische Folge daraus ist, dass die Tracht öfter gereinigt werden muss. Im Gegensatz zu „normaler“ Tracht ist hier kein Gang zur Reinigung notwendig.

Das Gastro-Dirndl ist konzipiert für den täglichen Gebrauch, Diese lassen sich selbst waschen, sind häufig aus bügelfreien Materialien wie zum Beispiel modernen Mischgeweben.

Nicht außer Acht zu lassen ist auch der Tragekomfort der Stoffe. Hier wird äußerster Wert auf hautschmeichelnde Stoffe, sehr gute Nahtverarbeitung und Strapazierfähigkeit der Materialien gelegt.

Die Wiesn – Welt der Buden, Fahrgeschäfte und Trachten

Das neue Dirndl oder die neue Lederhose wird heutzutage vorwiegend auf den ortsansässigen Volksfesten, auf der traditionellen Kirmes und auf der brauchreichen Kirchweih präsentiert. Das alljährliche Highlight ist und bleibt dabei das größte Volksfest der Welt: das Oktoberfest in München. Seit 1810 findet die als im Volksmund bekannte Wiesn auf der Theresienwiese in München Stadt. Rund sechs Millionen Menschen reisen hierfür alljährlich aus aller Welt in die bayerische Landeshauptstadt und präsentieren sich nach guter bayerischer Tradition in Tracht. Multi-Kulti, Promiwelt und Vorstadtjugend treffen hier aufeinander, um ausgelassen zwischen interessanten Buden, aufregenden Fahrgeschäften, leckeren Schmankerln und kühlem Bier gemeinsam zu feiern. Die Münchner Brauereien fertigen für dieses Mega-Event extra spezielles Bier, sogenannten Wiesn-Märzen, das durch die Beigabe vermehrter Stammwürze den Alkoholgehalt von gängigen 4,5% auf 6-7 % erhöht. Die Vorfreude auf  das Münchner Oktoberfest beginnt bekanntlicher Weise mit dem Anfang des neuen Jahres  und so wird auch 2012 bis zum Wiesnstart am 22. September der Countdown frühzeitig eingeleitet und schon bald wieder täglich herunter gezählt. Das dabei Wichtigste rückt mit dem Countdown immer näher, nämlich die Auswahl des richtigen Trachtenoutfits als quasi Eintrittskarte in die Wiesn-Welt – der Welt der Buden, Fahrgeschäfte und Trachten.

Und dann beginnt es: der Run auf die neuesten Dirndltrends des Jahres wird eröffnet. Denn wer möchte nicht zwischen wilden Fahrgeschäften und der feiernden Masse auffallen. Kaum einer traut sich im Dirndl des Vorjahres auf das berauschende Ereignis. Denn die neuen Trends sind auffällig, krachend und attraktiv! Bunt muss sein, ist die Devise, denn die neuen Trendfarben 2012 sind Pink, Türkis und knalliges Grün. Kurze Dirndl sind auf der Wiesn die wohl meist gesehenen Dirndlvarianten. Ob Mini (mit nur 50-60 cm Rocklänge) oder Midi (mit 70-80 cm Rocklänge) spielt dabei kaum mehr eine Rolle. Diese Dirndl bestehen aus einem zusammen hängenden Kleid in einer der aktuellen Trendfarben, einer dazu passenden Schürze und einer farblich neutralen Dirndlbluse. Neben den auffälligen Farben bestechen die kurzen Dirndl durch aufwendige Details, wie zum Beispiel Charivaris und geschnürte Mieder. Viele Verzierungen mit aufgenähten Rüschen, oder verschiedenen Webungen, Tüllansätze und Straßstein-Besetzungen auf Schnürhaken oder Knöpfen zieren das Dirndl 2.0.

Petticoats im Fünfziger Jahre Stil bringen Schwung in den Dirndlrock und zaubern eine schmale Taille. Dazu gibt es Unterröcke aus Tüll und mit verspielten Spitzen am Rockende, die beim Dirndl ohne Unterrock auch gerne auf Schürzen gesehen sind. Ausgefallene Schnittnuancen, wie beispielsweise Dirndl mit eingenähtem Stehkragen, der sich aus geschwungenen Trägerformen ergibt, peppen den modernen Dirndllook völlig neu auf. Schürzen werden nicht mehr nur einfach getragen sondern als Doppelschürzen, die beidseitig eingesetzt werden können, in tollen Farbvariationen und neuen Musterungen. Besonders auffällig sind Schürzen mit Druckmustern aus teils traditionellen, bodenständigen aber dennoch modernen Farbenspielen und Mustern. Nicht mehr nur weiße Blusen sind zu diesen Trends aktuell. Immer mehr schwarze Blusen in ausgefallenen Schnitten, mit Kragen, Trompetenärmeln und Verzierungen sind auf dem Vormarsch. Auch die Herren finden die neuen Trendfarben in ihrer Trachtenauswahl 2012 wieder: denn knallende Farbtöne sind ein Highlight in jedem Herrenhemd. Ob zur Kniebundhose oder zur kurzen Lederhose – das Trachtenhemd macht auch die Herren zum Hingucker. Dazu werden farblich angepasste, bunte Samtwesten getragen, die auch den Herren neben der Dame in Tracht gut aussehen lassen. Zahlreiche Accessoires, wie zweigeteilte Strümpfe, Messer oder Hut runden das perfekte Outfit für Ihn ab.

Wer sein Trachtenoutfit für das Jahr 2012 noch nicht im Kopf hat, hat zwar bis zur Wiesn noch ein wenig Zeit; wem aber der alljährliche Ansturm auf die Trachtengeschäfte kurz vor dem Oktoberfest zu stressig ist, der kann sich bereits frühzeitig gemütlich im Laden umsehen oder sogar von zu Hause aus online bequem shoppen.

Trachten Accessoires für Herren

Auch die Herren können ihr Trachtenoutfit mit ausgewählten Accessoires abrunden. Dabei ist Herrenschmuck im üblichen Sinne eher selten gesehen. Alltägliche Accessoires, wie Uhren, gibt es passend zur Tracht auch mit Jagdmotiven oder anderer Tracht spezifischer Symbolik. Silberne oder goldene Uhren können ebenso zur Lederhose getragen werden. Regionaltypische Trachten schreiben den Herren das Tragen einer Taschenuhr vor. Sicherlich eine schöne Alternative für jeden Anlass.

Anstelle von Ringen und Ketten trägt der Herr eine edle Trachten-Krawatte aus Seidem einen dezenten Schal oder ein farbiges Nicky-Tuch. Damit können ganz einfach farbliche Akzente gesetzt werden. Als wohl einziges Schmuckstück kann das Charivari bezeichnet werden. Das Charivari ist eine Kette, die an der Lederhose im vorderen Bereich in Höhe des Hosenlatzes getragen wird und sich durch ihre Anhänger auszeichnet. Das Charivari wurde ursprünglich als Talisman für die Jagd eingesetzt und sollte den Männern Glück und Erfolg bringen. Daher sind die gängigen Anhänger aus dem Bereich der Jagd, wie Tierpfoten, Krallen, Hornverzierungen und Münzen. Die heutigen Motive sind meist aus Silber gegossen und weichen von den reinen Jagdsymbolen teilweise ab, so dass auch Broschen mit König Ludwig Aufdrucken oder Bierkrüge vorkommen.

Ein beliebtes Accessoire ist der Trachtengürtel. Das kann sowohl ein Lederhose Ledergürtel oder ein so genannter Wamstgürtel sein. Die gängigen Ledergürtel stehen teilweise schon an der Lederhose integriert zum Verkauf und können in verschiedenen Brauntönen erworben werden. Verziert werden diese Gürtel durch ihren Nahtverlauf und silbernen oder goldenen Broschen mit Gravuren oder bayerischen Aufdrucken. Der Wamstgürtel ist ein sehr breiter Herrengürtel, der vorzugsweise zu sehr exklusiver Tracht getragen wird. Er sitzt anstelle von Hosenträgern als dekoratives Accessoire auf Hüfthöhe und ist in der Regel sehr kunstvoll bestickt.

Ein Muss für jede Herrentracht ist das Messer am Gürtel oder in einer, an den meisten Lederhosen integrierten Messertasche. Trachtenmesser sind mit diversen Griffen, Schliffen und Klingenformen erhältlich und können auch in Ledertaschen, Wildlederbeuteln oder an Lederriemen befestigt werden. Typische Messergriffe sind der Hirsch- oder der Rehfuß. Die Klinge ist meist Silber beschlagen und mit Hornschnitzereien versehen. Alternativ zum Messer kann auch zum bayerischen Flachmann oder urigen Flaschenöffner gegriffen werden.

Ein weiteres Highlight zur Herrentracht ist der Hut, der sowohl zur kurzen als auch zur langen Lederhose eine schöne Ergänzung ist. Der Herrenhut kann entweder spitz oder rund sein. Beliebte Farben sind Grau, Braun oder Moosgrün. Dazu werden farblich angepasst Samtbänder oder Kordeln kombiniert. Exklusive Hutvarianten werden mit einem Gamsbart versehen. Ein Gamsbart ist ein kosten intensiver Hutschmuck, der aufwendig aus den Rückenhaaren erwachsener Gamsböcke gewonnen und büschelförmig auf dem Hut gebunden wird. Günstigere Varianten sind der Hirschbart. In regionalen Vereinen werden Hüte zudem mit erworbenen Auszeichnungen geschmückt.

Der Herr kann also sein Trachtenoutfit von Kopf bis Fuß mit Accessoires bereichern: Je nach Länge der Lederhose runden Bundhosenstrümpfe, die bis über das Knie gezogen und dort umgeschlagen werden oder zweigeteilte Strümpfe, die aus einem Waden- und einem Fußteil bestehen, die perfekte Herrentracht ab.

Regionale Trachten im Vergleich – die Berchtesgadener Tracht

Die Berchtesgadener Tracht zählt zu den sechs oberbayerischen Gebirgstrachten, die im Volksmund mit dem Begriff Tracht gleich gesetzt werden. Nach dem Verbreitungsgebiet benannt, unterscheidet man zwischen der Männer- und der Frauentracht. Diese wird noch heute von der Berchtesgadener Bevölkerung getragen und von Schützen- und Trachtenvereinen sowie Musikkapellen im weitläufigen Raum gepflegt. Ähnlich der Chiemgauer Tracht wurde die Berchtesgadener Tracht erst um 1900 verbreitet und zählt damit nicht zu den historischen Trachten im Sinne der ersten Trachtenbewegungen um 1600.

Die Berchtesgadener Tracht für Frauen und Mädchen setzt sich aus dem eigentlichen Gewand, Hut und Schmuck zusammen. Das Trachtengewand gliedert sich in schwarzes Mieder und einem schwarzen Rock. Mädchen tragen diese Kleidungsstücke in grün. Auf der Damentracht finden sich manchmal grüne Stickereien. Dazu  gehört eine weiße Bluse, Schürze, weiße Strümpfe aus Seide und schwarze Lederschuhe. Ein Highlight ist das Schulteruch mit gehäkelter Spitze. Dazu wird eine geflochtene Handtasche, die so genannte „Zegger“ und ein Scheiblinghut aus grünem Filz mit Adlerflaum oder der runde Berchtesgadener Frauengut“ mit Kordel und Goldquasten getragen. Als Schmuck legen die Berchtesgadener Damen das traditionelle Kropfband und dazu passende Ohrringe an.

Broschen, Nadeln und Auszeichnungen sind Trachtenschmuckstücke, die der Herr an Joppe oder Hut trägt. Der Berchtesgadener Herren-Trachtenhut ist entweder eine Schützenhut oder ein Rundscheibling. Weiterer Herrenschmuck sind die traditionelle Taschenuhr und das reich behängte Charivari an der Lederhose. Die original Bertechsgadener Lederhose ist handgefertigt und ist eine kurze Lederhose mit Hosenträgern und Moos grünen Verzierungen. Die hosenträger kreuzen sich am Rücken und schließen vorne über den teils bestickten und Horn verzierten Qerriegel. Die Hose hat einen Latz und wird seitlich mit Bändern geschnürt. Ebenfalls seitlich befindet sich eine Messertasche für ein Messer mit Hirsch- oder Rehfußgriff. Naht typisch sind der einfache Kreuzstich oder das S-Laubmuster. Zur Lederhose wird ein so genanntes Pfoad, ein helles Trachtenhemd aus Leinen mit Steg und Perlmuttknöpfen getragen.

Sowohl am Hemdsteg als auch auf der Messertasche an der Lederhose werden oftmals die Initialen des Trägers eingestickt. Anstelle einer Krawatte sind für die Berchtesgadener Herren rautenförmige Seidentücher, auch Bindl genannt, vorgesehen.   Über das Hemd wird eine Weste angezogen. Diese ist auf der Rückseite aus schwarzer Seide und auf der Vorderseite aus Filz gefertigt. Typisch sind geschwungene Taschen oder Kastentaschen sowie Silberknöpfe und Knopfketten zum Schließen. Über die Weste wird außerdem die Berchtesgadener Joppe in lichtgrau oder blaugrau mit grünen Filzapplikationen getragen. Um das Trachtenoutfit abzurunden, gibt es schwarze Haferlschuhe mit seitlicher Schnürung und Absatz mit dunkelgrauen Kniestrümpfen, weiße Socken zur kurzen Hose oder Strümpfe mit dunkelgrünen Rändern. Im Winter werden die Haferlschuhe durch Winterstiefel ersetzt, die bis zum Knöchel reichen. Generell gilt sowohl für die Herren als auch für die Damen, die die Berchtesgadener Tracht als solche tragen, dass die komplette Ausstattung des jeweiligen Trachten-Outfits der Tradition entsprechend nur dem Alter und dem erlangten Ansehen steigt.

Das Trachten-ABC

Die Welt der Tracht bietet eine immense Bandbreite für die ganze Familie. Viele Fachbegriffe prägen das Feld der Trachtenmode. Um einen Überblick über die Vielfältigkeit der Trachtenwelt zu bekommen, soll ein Trachten-ABC Aufschluss über die häufigsten Begrifflichkeiten rund um die Thematik Tracht geben.

A
wie Armriegel: Der Armriegel ist ein Detail am Trachtenhemd, das den Tragekomfort erhöhen soll. Es ist ein schmaler Stoffriegel, der an den Ärmeln, auf Höhe des Oberarms, auf der Außenseite angebracht ist. Die Funktion des Armriegels liegt darin, hoch gekrämpelte Ärmel mit einem Knopf auf der Innenseite zu fixieren. Sowohl in der Knopfvariante als auch in der Ausführung des eigentlichen Armriegels, können verschiedene Drucke oder Stickmuster das Trachtenhemd zusätzlich zieren.

B
wie Bluse: Die Dirndl-Bluse ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Dirndl-Outfits. Während das Dirndl an sich meist ein zusammenhängendes Kleid ist, wird die Bluse passend zum Dirndl ausgewählt. Hohe Baumwollanteile werden durch weitere Kunststoffe ergänzt, um besondere Farbeffekte hervor zu rufen. Die Dirndl-Bluse wird häufig in weiß oder schwarz kombiniert. Dazu gibt es verschiedene Ärmelvarianten, wie Puffärmel, Trompetenärmel oder schulterfreie Blusen, sogenannte Carmenblusen. Je nach Geschmack können Blusen mit mehr oder weniger auffälligen Verzierungen und Kragenvarianten gewählt werden. Für ein gefülltes Dekoltée sorgt der sogenannte Dirndl-BH, der durch seine spezifische Form, die Brust entsprechend hebt.

C
wie Charivari: Ein Charivari ist ein traditionelles Trachten-Schmuck-Stück, das sowohl Männer als auch Frauen tragen können. Es ist eine massive, silberne Kette, an der verschiedene bayerische Symboliken gehängt werden. Diese Anhänger sind meist Silbermünzen und Medaillen, Hornscheiben, Hirsch- oder Rehgeweihe sowie Zähne, um nur einige zu nennen. Vor dem Hintergrund, dass das Charivari ursprünglich als Talismann für die Jagd betrachtet wurde, finden sich noch heute viele Symboliken aus diesem Bereich. Das Charivari wird bei Männern auf Höhe der Hosentür der Lederhose und bei Frauen am Mieder, dem Dirndloberteil, unter dem Ausschnitt oder an der Schürze getragen.

D
wie Dirndl: Das Dirndl ist ein traditionell bayerisches oder österreichisches Gewand. Es ist ein meist zusammen hängendes Kleid, das vom praktischen Arbeitsgewand für Frauen und Dienstboten als schlichter Leibchenrock mit Unterhemd und Schürze zum besticktem Kult-Kleid mit Spitzenbluse und ausgefallener Schürze entwickelt hat.  Die Geburtsstunde des modernen Dirndl liegt um 1850, als der Adel die Ferien in den Bergen entdeckte und sich das Dirndl zum frischen Sommerkostüm wandelte.

E
wie Echtleder: Echtleder ist ein zähes und haltbares Material, dass trotz relativer Wasserundurchlässigkeit atmungsaktiv ist und einen feinfühligen Tragekomfort garantiert.  Das Leder schmiegt sich sensibel an den Körper und ermöglicht eine optimale Passform, die sich in Erscheinung, Taktilität und Beweglichkeit wieder findet. Echtes Leder spiegelt seit jeher die Verbundenheit zu Tradition und Natur wieder und haftet dem Träger einen Hauch von Abenteuer und harter Männlichkeit an.

F
wie Froschmaul: Froschmaul bezeichnet eine spezifische Rüschenversion, entlang des Dirndl-Ausschnitts. Der Froschmaul erinnert optisch an eine Reihe von nach oben geöffneten Froschmäulern. Das Froschmaul ist ein gern zitiertes Accessoires und zaubert ein verführerisches Dekoltée.

G
wie Gamsbart: Unter Gamsbart versteht man den Hutschmuck bei der Männertracht. Der Gamsbart wird büschelförmig aus den Rückenhaaren erwachsener Gamsböcke gebunden und erinnert in seiner Form an einen Igel.

H
wie Haferlschuh: Der Haferlschuh wird im Volksmund mit dem typischen Trachtenschuh gleich gesetzt. Er diente früher als Arbeitsschuh in der Alpenregion, wird heute aber eher selten zum Dirndl sondern fast ausschließlich zur Lederhose getragen.

I
wie Isartracht: Isartrachten ist eine bekannte Trachtenmarke der Firma Max Ederer GmbH, die seit 1954 Tracht produziert und vertreibt. Isartrachten umfassen Trachtenmode für die ganze Familie und zeichnen sich durch hochwertiges Material und präzise Verarbeitung aus.

J
wie Janker: Der Janker ist eine bayerische Trachtenjacke, die es in verschiedenen Ausfertigungen für Damen und Herren gibt. Häufig verwendete Materialen sind Strick, Walk oder Loden. Geschlossen wird der Janker meist durch besondere Hirschhornknöpfe.

K
wie Krachlederne: Die Krachlederne steht für eine ältere Lederhose, die einen gewissen Speckglanz entwickelt hat. Durch regelmäßiges Tragen, wird die obere, anfänglich raue  Lederschicht abgetragen und glatt.

L
wie Loferl: Loferl sind zweigeteilte Strümpfe, die aus einem Fußteil und aus einem Wadenteil bestehen. Loferl werden vom Mann zur kurzen Lederhose getragen.

M
wie Mini-Dirndl: Das Mini-Dirndl ist die kürzeste Dirndl-Variante und hat eine Rocklänge von nur 50-60 cm. Die nächst längere Variante ist das Midi-Dirndl, das mit 70-80 cm Rocklänge das Knie mit abdeckt.

N
wie Nicker: Ein Nicker ist ein Trachtenaccessoire für Herren, das an der Lederhose in einer dafür vorgesehenen Tasche getragen wird. Es ist ein 15–25 cm langes, schmales Messer mit Hirschhorngriff und stammt aus dem Bereich der Jagd.

O
wie Ohrringe: Ohrringe können in der Trachtenmode zu jedem Trachtengewand kombiniert werden. Als Gold- oder Silberschmuck oder auch als einfacher Modeschmuck dienen Ohrringe als schönes Accessoire.

P
wie Plattler: Unter einer Plattler versteht man eine besondere Lederhose, die so gefertigt ist, dass beim Aufschlagen mit der flachen Hand auf die Lederhose ein möglichst lauter Knall erzeugt wird. Dafür wird die Knie lange Hose eng anliegend geschnitten, stark eingefettet und ist im Gegensatz zu den gängigsten Lederhosen nicht mit Verzierungen bestickt. Aufgrund der Länge wird die Kniebundhose oft als Plattler bezeichnet.

Q
wie Querriegel: Der Querriegel wird auch als Quersteg bezeichnet und stellt die vordere Verbindung der Hosenträger dar. Auf dem Querriegel werden die Lederriemen miteinander verbunden.

R
wie Rüschen: Rüschen werden in der Trachtenmode vielfältig als Zierde eingesetzt. Sowohl am Dirndl selbst als auch an der Dirndl-Bluse schaffen Rüschen einen dekorativen Effekt.

S
wie Schürze: Die Dirndl-Schürze wird als separates Kleidungsstück auf dem Dirndlrock getragen. Dabei sollte die Schürze die gleiche Länge, wie der Dirndlrock haben und in Farbe und Musterungen an das Dirndl angepasst sein.

T
wie Tracht: Unter Tracht versteht man im Allgemeinen traditionell historische Kleidung. Während im 16. Jahrhundert noch in Berufs- und Regionaltrachten unterschieden worden ist, wird Tracht heutzutage zu verschiedensten Anlässen auch unabhängig bayerischer Brauchveranstaltungen und in neuen trendigen Designs getragen.

U
wie Unterrock: Die neuen Dirndltrends spiegeln den Modestil der 50er Jahre wieder. Ganz in Rock´n´Roll-Manier sind Petticoats wieder in und unter dem Dirndlrock wird ein mit Tüll versäumter Unterrock getragen.

V
wie Vichy-Karo: Unter Vichy-Karo versteht man gewebte Farbstreifen, die sich im gleichen Abstand kreuzen. Dirndl in Vichy-Karo liegen kombiniert mit den aktuellen Trendfarben, wie Pink oder Türkis auf weißem Hintergrund voll im Trend.

W
wie Wamstgürtel: Ein Wamstgürtel ist ein breiter Herrengürtel, der anstelle von Hosenträgern als dekoratives Accessoire auf Hüfthöhe dient. Wamstgürtel sind sehr kunstvoll bestickt und werden als Zierde zu exklusiver Tracht getragen.

X
wie X-Beine: Als X-Beine werden Beine bezeichnet, die durch ihre Erscheinung dem Buchstaben X gleichen. Wer seine X-Beine verdecken möchte, sollte zum langen Dirndl greifen, das mit einer Rocklänge von 80-90 cm bis zum Knöchel reicht.

Y
wie Y-Ketten: Y-Ketten sind Halsketten in der Form des Buchstabens Y. Die Kette wird durch ein dekoratives Mittelstück vorne zusammengeführt und läuft meist mit einem Anhänger Richtung Brust aus.

Z
wie Zwickel: Der Zwickel ist ein am Hosenbund der Lederhose rückseitig angebrachter Einsatz. Der Zwickel erlaubt seinem Träger die Hose nach dem Essen ein durch ein integriertes Lederband in der Breite zu variieren.